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Spitzbergen: Auszeit im Eis

Das Ende der Welt zu finden, ist heutzutage nicht leicht, doch die unberührten Landschaften der arktischen Inselgruppe Spitzbergen geben einen Eindruck, wie es für die ersten Siedler wohl aussah, als sie ankamen, um Wale, Robben, Eisbären und Polarfüchse zu jagen.

Spitzbergen: 2011-07-21 11-01-21

Die Sprechanlage des Expeditionsschiffes quäkt und eine bekannte Stimme ist zu hören. Der chilenische Expeditionsleiter Julio verkündet die Sichtung eines Eisbärs auf der Steuerbordseite des Schiffes. Plötzlich ist nichts wie zuvor, alle Reisenden, die sich zu diesem Zeitpunkt im Speisesaal befinden, springen auf, greifen zur Kamera und rennen an Deck. Jeder versucht, den Wettlauf um das erste Foto zu gewinnen. Oben angekommen, eröffnet sich der Blick auf eine kleine, vom Nebel umgebene Insel am Eingang zum Smeerenburgfjord und bei genauem Hinsehen wird allen klar, dass der weiße Punkt dort tatsächlich ein Eisbär ist. Dieser geht ungeachtet vom Klicken der Auslöser weiter seines Weges und verschwindet nach ein paar Minuten so schnell, wie er aufgetaucht war.

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Den fürsorglichen philippinischen Kellnern steht ins Gesicht geschrieben, dass sie diese Aufregung gar nicht verstehen, sie sind schließlich fast das ganze Jahr mit dem Schiff im Eis unterwegs. Nahe dem Nordpol muss man als Urlauber jedoch rund um die Uhr auf alles gefasst sein.

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Während die Sonne im Sommer nicht untergeht, lockt Spitzbergen vor allem mit seinen Fjorden, Gletschern und besonderen Tierarten. Die größte Siedlung auf der Inselgruppe ist Longyearbyen, das per Flugzeug und im Sommer auch per Schiff zu erreichen ist. Beherbergte die Siedlung ursprünglich hauptsächlich Minenarbeiter, die für den Kohleabbau gekommen waren, so lebt die Stadt heute mehr und mehr vom Tourismus. Ein interessantes Detail ist, dass es weder Ureinwohner noch feste Einwohner gibt. Alle sind dort nur zu Gast und müssen letztendlich wieder zurück in das Land, aus dem sie kamen. Bis auf wenige, die in der Polarnacht überwintern, sind die meisten aber sowieso nur im Sommer da.

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Neben den obligatorischen Souvenirshops, findet sich auch Unerwartetes. In einer Zweigstelle der Universität Tromsø beschäftigen sich internationale Forscher mit arktischen Themen und im „Svalbard Global Seed Vault“ wird Saatgut zum Schutz der Artenvielfalt gelagert. Auch unternehmen kann man in der Gegend einiges. Es bieten sich Gletschersafaris, Hundeschlittenfahrten und Schiffsausflüge in die nahe gelegenen russischen Siedlungen Barentsburg und Pyramiden an. Vergessen sollte man dabei allerdings nie, dass sich außerhalb der Stadtgrenzen des öfteren hungrige Eisbären herumtreiben. Wegen der möglichen Begegnung ist es nur mit einem bewaffneten Führer oder einem eigenen Gewehr erlaubt, die Stadt zu verlassen.

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Wer noch eine Anregung für den nächsten Urlaub sucht, dem sei Spitzbergen auf jeden Fall kühlstens empfohlen. Wer sich auf dieses Abenteuer der Extraklasse einlässt, bekommt nicht nur schöne Eisberge, Gletscher und Tiere der Arktis zu sehen, sondern bekommt auch den selten gewordenen Eindruck einer wenig berührten Welt.

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